Zivilgesellschaftliche Willkommenskultur funktioniert in Torgelow Drögeheide

Innerhalb eines Monats sind 105 Asylsuchende in das Flüchtlingsheim in Drögeheide eingezogen. Sie kommen aus Eritrea, Ghana, Mazedonien, Tschetschenien, Afghanistan, Iran, Vietnam und dem ehemaligen Jugoslawien.
Die sind bemüht, ihr Leben in einem fremden Land einzurichten. Dabei werden sie immer begleitet von der bangen Frage, darf ich bleiben oder werde ich abgeschoben.
Erfahren sie unsere freundliche und Hilfe können sie trotz dieser unerträglichen Ungewissheit für Momente innehalten.
Für die 25 Kinder zwischen 3 Monaten bis 17 Jahren hat, zumindest für die Kleinen unter ihnen, eine Art Alltagsleben begonnen. Sie besuchen den Kindergarten und spüren für einige Stunden, im gemeinsamen Spiel mit anderen Kindern, nicht die Sorgen ihrer Eltern.
Für die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen sieht es dagegen nicht so gut aus. Es fehlt an Lehrern, die ihnen die deutsche Sprache vermitteln, um damit die Voraussetzung zur Schule gehen zu können, zu schaffen. Hier ist die Stadtverwaltung in der Zusammenarbeit mit dem Schulamt gefragt, dafür Sorge zu tragen, dass diesen Kindern und Jugendlichen sehr bald der Schulbesuch ermöglicht werden kann.
Vielleicht sollte an dieser Stelle das Land handeln und einen, eigens zum Erlernen der deutschen Sprache, eingerichteten Lehrerpool um einige Stellen aufstocken.
Wie verbindend der Sport sein kann, zeigen die Fußballvereine „Vorwärts Drögeheide“ und „Torgelow Greif“. Den Fußballenthusiasten unter den Flüchtlingen steht jeden Dienstagnachmittag der Heide-Sportplatz offen, hier können sie kicken und sich beim Tore schießen näher kommen.
Zu werden geschmückte Weihnachtsbäume in jeden Hausaufgang der Asylunterkunft gestellt. An drei Nachmittagen wird Kaffee und Kuchen gereicht. Mit Sicherheit werden viele dieses vertraute Ritual annehmen und kommen. So wurden sie als Ankommende an einem fremden Ort begrüßt und erste Gespräche, die dabei geführt wurden, können wieder aufgenommen werden.
Die Volkssolidarität organisiert eine Kinderweihnachtsfeier im Mehrgenerationenhaus in Torgelow. Es werden ca. 20 Flüchtlingskinder, gemeinsam mit anderen Kindern der Kita, zusammen und Spaß haben.
Um auf die Asylproblematik in Deutschland aufmerksam zu machen, wurde in der Zusammenarbeit mit dem Latücht e.V. Neubrandenburg, den Kirchengemeinden Torgelow und , ein Abend mit dem „can’t be silent“ organisiert. Es folgte zwei Wochen später  eine Theaterlesung mit den „Asylmonologen“ der Menschenrechtsbühne Berlin. Nach den Beiträgen hatten die anwesenden Zuschauer die Möglichkeit, ihre Gefühle und Gedanken auszutauschen, was rege genutzt wurde.
Für die Asylsuchenden hat sich seit dem Tag ihrer Ankunft einiges verändert. So konnten, mit Hilfe von Sach- und Geldspenden fehlende Wintergarderobe, insbesondere für die Kinder sowie Kinderwagen, Spielzeug, Haushaltsgegenstände wie Geschirr etc. verteilt werden. Im Januar wird es eine Bestandsaufnahme geben, es soll herausgefunden werden, was noch fehlt, um so die Spendenaufrufe konkretisieren zu können.
An dieser Stelle geht ein großer Dank an alle Spenderinnen und Spender aus der Bevölkerung!
Besonderer Dank geht an Doris und Harald Rinkens, sie sind fast täglich im Einsatz, helfen in Orientierungsfragen weiter, nutzen Verbindungen um notwendige Fahrten zur Sparkasse zu ermöglichen oder Kranke zur ärztlichen Nothilfe zu bringen.
Bei jeder Ankunft einer neuen Flüchtlingsgruppe traf ich die Stadtpräsidentin Marlies Peger und die im Stadtrat und im demokratischen Frauenbund tätige Hannelore Passow; immer Kuchen und gute Ideen im Gepäck, was noch zu tun ist. Auch ihnen großer Dank.
An letzter Stelle will ich auch auf die gute Zusammenarbeit mit den MitarbeiterInnen der Betreuungsfirma ‘european homecare’ hinweisen und auch hier ein Dankeschön aussprechen.
Wir alle sollten für die kommenden Tage und Wochen immer wieder unsere Gedanken in die Richtung der Menschen lenken, denen es nicht gut gehen kann unter den Umständen ihres Seins in einem fremden Land. Wir sollten nicht aufhören, ihnen unsere Solidarität und Wärme entgegen zu bringen, so auch den noch zu erwartenden Asylsuchenden in der Zukunft.
Willkommen ‘fremder’ Mensch!

Fine Grafenhorst, 15.12.2013

www.vg-weltoffen.eu