Unhaltbare Zustände in den Flüchtlingsheimen von European Homecare im Kreis Vorpommern-Greifswald

Unhaltbare Zustände in den Flüchtlingsheimen von European Homecare im Kreis Vorpommern-

Das Bündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ fordert Konsequenzen

Greifswald, 5.6.2015 Die Berichte des Nordmagazins des NDR vom 04.06.15 und von NDR 1 MV zeigen und belegen Zustände in der Gemeinschaftsunterkunft für und Asylsuchende in Greifswald, die man für undenkbar halten sollte. „Kaputte Duschen, völlig verdreckte Toiletten, Küchen, die diesen Namen nicht verdienen, Verletzungsgefahr durch defekte Fliesen, Angst bei den Bewohnerinnen und Bewohnern nicht zuletzt auch vor den MitarbeiterInnen, das alles darf es nicht geben“, sagte Gregor Kochhan vom Bündnisrat.

„Der Gipfel ist aber das Verhalten des Betreibers, European Homecare, der nicht zum ersten Mal negative Schlagzeilen produziert. Wenn European Homecare die von Bewohnern erstellten Handyvideos als angeblich eigens ‚produziertes Pressematerial‘ bezeichnet und versucht, die Verantwortung für die Zustände zu leugnen, dann sind Zweifel an der Zuverlässigkeit des Betreibers angebracht. Damit wird behauptet, die Bewohnerinnen und Bewohner würden diese Zustände bewusst herbei führen. Gleichzeitig scheint European Homecare zu bedauern, dass Flüchtlinge ‚in vollem Besitz ihrer ‘ seien, wenn der Pressesprecher das ‚nicht bewerten‘ will“, so Kochhan.

„Es rächt sich, dass der Landkreis bei der Auswahl des Betreibers nur auf den Preis, das billigste Angebot, geschaut hat. Andere Kriterien spielten keine Rolle, und das vor dem Hintergrund, dass European Homecare sich bereits in Nordrhein-Westfalen als nicht zuverlässig erwiesen hat. Wir fordern den Kreis auf, alle vertraglichen Möglichkeiten bis hin zur Kündigung des Betreibervertrages zu nutzen, um den Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften, viele davon traumatisiert, solche Zustände zu ersparen. Gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiterinnen haben ihren Preis, so dass nicht das billigste Angebot für die Betreibung auch das beste ist. Andere Bewerber mit Erfahrung in unseren Heimen hat es neben European Homecare schließlich gegeben.

Die Entscheidung des Kreises, weitgehend auf zentrale Unterbringung zu setzen, gehört überprüft. Es zeigt sich, dass diese Art der Zwangsunterbringung Probleme mit sich bringt. Dezentrale Unterkünfte sind sicherlich mit erhöhtem Aufwand für die Verwaltung verbunden, im Interesse der Menschen, gerade vor dem Hintergrund der jetzt bekannt gewordenen Zustände, aber geboten“, so Kochhan abschließend.

Video “Nordmagazin – 04.06.2015 19:30 Uhr” (von NDR Mediathek eingebunden) :

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