Kein Grund zur Freude

AG hilft!

Anmerkungen zum Geschehen auf dem in Pasewalk am 11.10.2015.

Vor dem Hintergrund eines Protestzuges besorgter BürgerInnen, unter ihnen etliche Nazis, in dem es um falsche Asylpolitik gehen sollte, rief das Bündnis auf zu zeigen: Hey – wir sind für eine in Pasewalk! Ca. 80-90 Menschen aus Pasewalk und der Region sind gekommen, darunter auch junge Leute aus dem Oskar-Picht-Gymnasium.

Ganz spontan beschlossen auch 5 junge Syrer beim Willkommensfest dabei zu sein. Neben den Begrüßungsworten durch das Bündnis, der stellvertretenden Bürgermeisterin Frau Baganz und der beeindruckenden Ansprache durch Pastor Grashof, verlas einer der jungen Syrer sein Grußwort an die Anwesenden und teilte darin seine Hoffnung auf Freundschaft mit.

Pastor Grashof

Pastor Grashof (evangelische Kirchengemeinde)

Eine Stunde buntes Treiben: eine Bläsergruppe schickte Klänge in die aufkommende Dunkelheit, ein fröhlicher Tanzkreis bildete sich zu Balkanmusik, diese wurde durch syrische Klänge abgelöst und 5 ausgelassene Syrer zeigten ihre Art zu tanzen. Ernstere Töne brachte das Verlesen eines Textes aus Heribald Prantls Buch „Im Namen der Menschlichkeit“ ins Geschehen. Direkt vom Windspielfestival auf Schloss Bröllin kamen TeilnehmerInnen mit großen blauen Fahnen und gesellten sich dazu.

Die friedliche Stimmung fand ein jähes Ende, als die besorgten BürgerInnen und Nazis auf dem Markt ihre Parolen, einher gehend mit gegen Asylsuchende, verkündeten. Dazu wäre zu sagen, es sind nicht die Nazis, die sich den besorgten BürgerInnen anschließen, es ist eindeutig umgekehrt. Die Nazis sagen wo es langgeht und ihnen wird gefolgt.

Warum steht in der Überschrift „Kein Grund zur Freude“? Es sind viele auf der Seite der hasserfüllten Worte gekommen, zu viele!
An dieser Stelle möchte ich aus der Rede von Pastor Grashof zitieren:
„…Es ist Sache jedes einzelnen Bürgers, dafür Sorge zu tragen, dass das Grundrecht auf
nicht angetastet wird. Darin haben wir alle „besorgte Bürger“ zu sein. Denn nur,
wenn wir auch in Zukunft Fremde unter uns aufnehmen, bewahren wir unsere
abendländische Identität, schützten wir unsere Heimat. Damit sie allen zur Heimat
werden kann, die eine Heimat nötig haben.“

Fine Grafenhorst

www.vg-weltoffen.eu