Asylsuchende und Flüchtlinge – Journalistische Verantwortung

Das Bündnis “Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!” warnt vor sorglosem Umgang mit der Sprache

In den letzten Wochen und Monaten ist viel über die Verantwortung im Umgang mit Asylsuchenden und Flüchtlingen zu lesen. Angesprochen sind PolitikerInnen und JournalistInnen.

Vom “Aufstand der Anständigen” ist erneut die Rede. Es brauche einen “mutigen, entschlossenen und leidenschaftlichen Journalismus”. Das Bündnis “Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!” sieht hier gerade die Lokalzeitungen in der Pflicht.

“Wenn der im Zusammenhang mit der Berichterstattung über zu erwartende Flüchtlingszahlen Überschriften wie “Die Lage spitzt sich zu” oder “Torgelow ist voll” wählt, dann ist das zumindest gedankenlos formuliert”, sagte Gregor Kochhan vom Bündnisrat.
“Ersteres klingt dramatisch, nach akuter Gefahr und Bedrohung, die von den Flüchtlingen ausgeht. Denn wenn es um mögliche in städtischen Turnhallen in Ueckermünde, Strasburg oder Anklam oder in Zeltlagern auf der Wiese in Pasewalk geht und es weiter heißt, “der Landkreis Vorpommern-Greifswald [schließe] nichts mehr aus angesichts der Lage in der Region, der Zustrom von Asylbewerbern [werde] immer größer”, dann ist aus dem Zusammenhang erkennbar, dass es weniger um die Lage der geht als vielmehr um die des Landkreises. Und die wird sich sicher nicht der wegen zuspitzen”, so Kochhan.
“Die zweite Überschrift ist deutlich der Das-Boot-ist-voll-Rhetorik geschuldet. Wir meinen nicht, dass hier bewusst gegen Flüchtlinge angeschrieben wird, glauben aber, dass damit Stimmungen gegen Asylsuchende und Flüchtlinge unbewusst unterstützt und gefördert werden. Die selbsternannten “Besorgten BürgerInnen” werden sich bestätigt fühlen. Dieser sorglose Umgang mit der Sprache ist es, den wir kritisieren”, so Kochhan abschließend.

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